Wenn wir mit Fertigungsunternehmen – sei es in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg oder im gesamten Bundesgebiet – sprechen, hören wir oft dasselbe Szenario. Ein Angebot benötigt fünf Tage bis zum Versand. Doch arbeitet tatsächlich jemand 40 Stunden an dieser Kalkulation?
Nein. In etwa 90% der Fälle besteht die Durchlaufzeit zur Hälfte aus Liege- und Wartezeiten. Der Prozess stockt an den Schnittstellen zwischen den Abteilungen.
Der klassische (ineffiziente) Ablauf:
1. Der manuelle Start: Der Vertrieb erhält eine Anfrage per E-Mail. Stammdaten werden händisch in das ERP-System (SAP, abas, proALPHA, etc.) getippt. Technische Zeichnungen werden separat auf Netzlaufwerken abgelegt.
2. Die Übergabe: Die Technik (Arbeitsvorbereitung) wird informiert. Oft fehlen Dokumente oder Informationen sind unklar.
3. Die Kommunikationsschleife: Die Technik meldet Rückfragen an den Vertrieb. Der Vertrieb versucht, den Kunden zu erreichen. Telefonate laufen ins Leere, E-Mails bleiben einen Tag liegen.
4. Die isolierte Kalkulation: Sind die Daten endlich da, beginnt die technische Machbarkeitsprüfung. Stücklisten und Arbeitspläne werden häufig in Excel-Tools erstellt, abgekoppelt vom ERP.
5. Der Rücklauf: Die Kalkulation geht zurück an den Vertrieb. Dieser tippt die kaufmännischen Daten und Preise für das finale Angebot wieder manuell in das ERP-System ein.