VORKALKULATION OPTIMIEREN: WIE SIE BDE‒DATEN FÜR PRÄZISE ANGEBOTE NUTZEN (CLOSED LOOP)

Vorkalkulation in der Lohnfertigung: Vom Datenfriedhof zum „Closed Loop“ Prozess

„Wir tracken jede Sekunde! Wir wissen auf den Cent genau, was uns das Bauteil gekostet hat!“
Diesen Satz hören wir oft, wenn wir mit Fertigungsleitern und Geschäftsführern im deutschen Mittelstand – vom Sauerland bis in den Schwarzwald – sprechen. Die Betriebsdatenerfassung (BDE) ist in vielen Unternehmen inzwischen auf einem sehr guten Niveau. Mitarbeiter stempeln jeden Arbeitsgang, Maschinen melden ihre Laufzeiten und die Nachkalkulation liefert exakte Ergebnisse.
Das ist ein hervorragendes Fundament. Doch es gibt ein massives Problem. Dieses Wissen wird nicht genutzt, wenn es am wichtigsten ist, nämlich bevor der Auftrag erteilt wird.
In diesem Artikel zeigen wir auf, warum exzellente Nachkalkulationen oft in Datenfriedhöfen enden und wie Sie durch einen Closed Loop Ihre Vorkalkulation revolutionieren.

Das Paradoxon: Ahnen anstatt Wissen

Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Ein Kunde fragt eine neue, komplexe Baugruppe an. Was passiert in der Arbeitsvorbereitung oder im Vertrieb?
In 9 von 10 Fällen greift der Kalkulator auf starre Regelwerke, Excel-Tabellen und Erfahrungswerte zurück. Er kalkuliert das Bauteil von Grund auf neu. Er schätzt Schweißnähte, rät bei Rüstzeiten und hofft, dass der Marktpreis passt.
Das Absurde daran: Ihr Unternehmen hat das Wissen eigentlich schon. Ihre Datenbanken wissen ganz genau, dass dieses „neue“ Bauteil zu 95 % dem Problemkind aus der letzten Woche ähnelt. Ihre BDE-Daten zeigen schwarz auf weiß, dass der Arbeitsgang „Kanten“ bei dieser Geometrie im Durchschnitt 20% länger dauert als geplant.
Doch weil Ihre Systeme nicht miteinander sprechen, fängt der Kalkulator wieder bei Null an. Er macht denselben Fehler noch einmal, weil die Warnung aus der Fertigung ihn nicht erreicht.

Datenfriedhöfe bringen keinen Umsatz

Viele Unternehmen in der Fertigungsindustrie sitzen auf einem riesigen Datenschatz, lassen ihn aber verstauben. Das hat konkrete wirtschaftliche Folgen:
1. Margenverlust: Sie gewinnen Aufträge, weil Sie zu günstig kalkuliert haben (und legen bei der Fertigung drauf), oder Sie verlieren Aufträge, weil Sie zu hohe Sicherheitsaufschläge eingerechnet haben.
2. Ressourcenverschwendung: Ihre hochqualifizierten Mitarbeiter investieren Stunden in die Analyse und Kalkulation von Baugruppen. Wenn daraus kein Auftrag wird, war diese Zeit verbrannter Gewinn.
3. Frustrierte Mitarbeiter: Oft wird dem Kalkulator im Nachhinein vorgeworfen: „Warum hast du das so eng gerechnet?“ Dabei konnte er es nicht besser wissen. Er musste mit den Tools arbeiten, die ihm zur Verfügung standen.

Die Lösung: „Closed Loop“ in der Angebotserstellung

Die Antwort auf dieses Problem ist keine neue Excel-Tabelle, sondern ein Closed-Loop-System. Das Ziel ist es, den Kreis zwischen der Fertigung (Ist-Daten) und dem Vertrieb (Soll-Daten) zu schließen.
Wie funktioniert ein intelligenter Closed Loop?
1. Analyse der Anfrage: Eine Software analysiert die eingehende Zeichnung oder das 3D-Modell (STEP-Datei) des neuen Bauteils.
2. Mustererkennung & Historien-Abgleich: Das System sucht in Ihrer Datenbank nach ähnlichen, bereits gefertigten Teilen. Es vergleicht Geometrien, Toleranzen und Materialien.
3. Intelligente Warnung: Das System meldet dem Kalkulator proaktiv: „Achtung! Dieses Teil ähnelt Artikel XY. Dort haben wir beim Schweißen 15% länger gebraucht als geplant. Schlag das hier drauf!“
4. Präzises Angebot: Das Angebot basiert nicht auf Annahmen, sondern auf echten Fakten aus Ihrer eigenen Fertigung.

Fazit: Lassen Sie Ihr Wissen nicht verstauben

In einer Hochlohn-Region wie Nordrhein-Westfalen oder allgemein in Deutschland können wir uns Ineffizienz nicht leisten. Der Wettbewerb gewinnt nicht derjenige, der die meisten Daten sammelt, sondern derjenige, der diese Daten am schnellsten in Entscheidungen verwandelt.
Hören Sie auf, Ihre Nachkalkulation als reines Controlling-Instrument zu sehen. Nutzen Sie sie als Treibstoff für Ihre Vorkalkulation.
Möchten Sie wissen, wie Sie Ihre Datenbanken und BDE-Werte direkt in die Angebotserstellung integrieren können? Gerne stehen wir für einen unverbindlichen Austausch bereit.
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